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Fernblick Redaktionsteam

Montafonkunde Teil 3: Das Europaschutzgebiet Wiegensee

Hoch über Gaschurn liegt der einzigartige Moorkomplex des Europaschutzgebiets Wiegensee. Der älteste Stausee des Montafons ist in dieser Bergidylle durch natürliche Gegebenheiten entstanden. Entdecken Sie die knapp 65 Hektar des unvergleichlichen Naturjuwels, das Lebensraum für zahlreiche seltene oder bedrohte Pflanzenarten bietet.


Einmalige Moorlandschaft
Die hohe Lage und die starken Niederschläge sind die Ausgangslage für die seltene Entwicklung inmitten der Bergwelt des Montafons. Denn die Moorlandschaft am Fuße der Versalspitze konnte nur unter diesen besonders nassen Bedingungen entstehen. Inmitten der Latschenmoorwälder findet sich das Herzstück des Schutzgebiets: der Wiegensee. Der Stausee hat sich auf natürlichem Wege entwickelt. Das Wasser wird nicht durch gebaute Mauern, sondern durch den so genannten „Schwingrasen“ aufgestaut. Diese Rasenflächen reichen vom Ufer ins Wasser hinein und halten so das Wasser innerhalb des Sees.


Vorsicht, wohin Sie treten!
Diese natürliche Umgrenzung ist jedoch besonders empfindlich und beginnt, wenn sie betreten wird, sofort auf dem Wasser zu schwingen. Dabei können Beschädigungen entstehen und jede Verletzung des Schwingrasens kann zum Ablaufen des Sees führen. Deshalb ist beim Erkunden des Europaschutzgebiets Vorsicht geboten: Die gekennzeichneten Wege dürfen nicht verlassen werden und das Schwimmen im einzigartigen Naturjuwel ist leider nicht gestattet.


Heimat zarter Blüten
Das feuchte Hochmoor bietet Lebensraum für viele Pflanzenarten, die sonst nicht im Klima des Montafons überleben könnten. Die Ufer des Sees werden von weißer und brauner Schnabelbinse geziert. Dieses Sauergras findet sich in Vorarlberg in so einem Ausmaß nur hier am Wiegensee. In der Moorlandschaft sprießt auch die hübsche Rosmarinheide. Dank ihrer rosa Blüten sorgt sie zwischen Mai und Oktober für farbliche Abwechslung in der sonst von Braun- und Grüntönen dominierten Landschaft. Auch Fleischfresser sind im Schutzgebiet Wiegensee heimisch. Der Sonnentau, der mit seinem süßen Sekret Insekten anlockt, die daran kleben bleiben und dann von ihm verdaut werden, gedeiht in der feuchten Erde besonders gut. Die Erhaltung dieser seltenen Arten ist einer der Hauptansprüche der Natura 2000 Schutzgebiete, die sich in ganz Europa finden. Außer dem Schutzgebiet Wiegensee gibt es noch 38 weitere Natura 2000 Gebiete in Vorarlberg mit einer Gesamtfläche von 24.140 Hektar.


Entdeckungstour
Ein Tag im Schutzgebiet Wiegensee ist ein außergewöhnlicher Wander-Ausflug, der Ihren Urlaub im Fernblick noch besonderer macht. Erleben Sie dieses Naturjuwel bei ihrer eigenen Wanderung, oder erfahren Sie auf einer Tour mit Naturführerin Gerlinde alles über das Europaschutzgebiet. Jeden Mittwoch wird um 08:45 an der Talstation Tafamuntbahn Partenen gemeinsam zum atemberaubenden Naturjuwel gestartet. Infos dazu finden Sie online beim TVB Montafon.

 

Bildrechte: Montafon_Tourismus_Stefan_Kothner

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