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Montafonkunde Teil 1: Maisäß

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In dieser neuen Reihe stellen wir Ihnen unsere liebsten Eigenheiten des Montafons vor. Und dabei starten wir mit einem besonderen Aspekt der Vorarlberger Kulturgeschichte: die Montafoner Maisäßlandschaft.

Wenn Sie schon einmal bei uns im Fernblick waren, haben Sie sie auf jeden Fall bemerkt: Die urigen, kleinen Hütten, die Sie beim Wandern am Bartholomäberg entdecken können. Diese einfachen Behausungen sind wahre Zeitzeugen der Geschichte des Montafons und zusammen mit den umliegenden Weideflächen prägten sie die Landwirtschaft der Region. Der Name Maisäß leitet sich vom Wort „Maisitz“ ab und bezeichnet den Aufenthaltsort der Bauern und Tiere während des Monats Mai. Noch heute spürt man die Emotionalität der Montafoner wenn es um ihr Maisäß geht.

Was ist ein Maisäß?

Ursprünglich bestand ein Maisäß aus einer landwirtschaftlichen Fläche sowie einem kleinen, zweckmäßigen Wohngebäude und einem Stall, die auf etwa 1.200 - 1.600 Metern Höhe lagen. Das Land konnte jedoch wegen der steilen Hanglage nicht für den Ackerbau genutzt werden. Diese Flächen wurden gerodet und dienten so als eine Zwischenstation zwischen dem Hof im Tal und der Alpe, auf der die Tiere die Sommermonate verbrachten. Daraus ergab sich die Bezeichnung „Dreistufenlandwirtschaft“. Im Mai wurden die Tiere auf das Maisäß getrieben und verbrachten dort mit ihren Hirten rund einen Monat, bevor es während des Sommers auf die, über der Baumgrenze gelegene Alpe, ging. Im Herbst wiederholte sich der Vorgang in umgekehrter Reihenfolge: Vor dem Abtrieb ins Tal blieben die Tiere wieder einige Wochen auf der Höhe des Maisäß. Der Vorteil: In den höheren Lagen fanden die Tiere genug Futter für die Sommermonate, so konnte im Tal öfter geheut werden und mehr Futter für den Winter eingebracht werden.

Ein Zuhause für Generationen

Heute werden nur noch wenige Maisäß im Montafon wie ursprünglich zur Viehwirtschaft genutzt. Der Großteil dient den Besitzern als Wochenendhäuschen und Ort der Entschleunigung. Man merkt, wie sehr sich die Montafoner, die ein Maisäß ihr Eigen nennen, damit verbunden fühlen. Frühere Generationen haben viele schöne Monate in den einfachen Holzstuben verbracht und die Erinnerungen an diese lang vergangenen Tage wurden in vielen Familien bewahrt. So ist es kein Wunder, dass die Besitzer der Maisäß in den urigen Hütten ein zweites Zuhause sehen.

Altes Maisäß – moderne Funktion

Die Ruhe und Ursprünglichkeit können Sie beim Wandern durch die einzigartige Maisäßlandschaft selbst erleben. Die niedlichen Häuschen strahlen eine besondere Bergromantik aus, die Ihnen beim Durchwandern des Montafons besonders ans Herz wachsen wird.

Manche Maisäßbesitzer bauen die urigen Gebäude heute aber auch um und machen sie so vielseitig erlebbar. Unsere Maisäß-Außensauna ist, wie der Name erahnen lässt, aus einem Maisäß entstanden, das früher als Jausenstation genutzt wurde. Nun können Sie in der, mit dem historischen Holz getäfelten Sauna, den traumhaften Fernblick genießen und die Maisäß-Tradition auf ganz besondere Weise erleben. Nach unserer Erweiterung steht Ihnen die Maisäß-Außensauna ab September 2020 wieder zur Verfügung und Sie können am „wohl begehrtesten Platz am Bartholomäberg“ ungestört entspannen.